Mrz29

Ewige Treue für die Firma?

Eine neue Re­al­ität liegt vor uns, wir kön­nen ihr nicht auswe­ichen: im­mer kürzere  Ar­beitsver­hält­nisse. Was al­so tun? Sich strate­gis­che und langfristige Über­legun­gen machen, denn eine grundle­gende Verän­derung von Werten braucht Zeit.

Man macht eine Lehre bei der SBB, man ar­beit­et weit­er da, man wird be­fördert und ir­gend­wann ist man pen­sion­iert. Eine solche Kar­riere hat heute Sel­tenheitswert; im weltweit­en Durschnitt bleiben Ar­beit­nehmer rund viere­in­halb Jahre beim sel­ben Ar­beit­ge­ber, bevor sie weit­erziehen, bei Vertretern der Gen­er­a­tion Y ist dieser Wert unge­fähr halb so gross. Ger­man Ramirez, der kür­zlich einen span­nen­den Vor­trag zum The­ma Em­ploy­er Brand­ing 2.0 und dig­i­tale Trans­for­ma­tion hielt, sieht die Gründe in den so­ge­nan­nt „Crazy In­gs“: Out­sourc­ing, Down­siz­ing, Re­struc­tur­ing, Off­shoring. Diese sind ve­r­ant­wortlich für das Ende eines Par­a­dig­mas: dem Ar­beit­splatz fürs Leben.

Treue in bei­de Rich­tun­gen

Aus der Sicht des Mi­tar­beit­ers ist die Rech­nung sim­pel: „Ist das Un­ternehmen mir gegenüber nicht treu, dann bin ich es der Fir­ma gegenüber auch nicht.“ Punkt. Diese Ein­stel­lung hat sich bei den Ar­beit­nehmern durchge­set­zt, die Loy­al­ität gegenüber ein­er Fir­ma hat nicht mehr ober­ste Pri­or­ität, man ist flex­i­bler, ori­en­tiert sich an Auf­gaben, nicht an Fir­men. Un­ternehmen riskieren somit einen Ver­lust an wichti­gen Mi­tar­beit­ern. Das gilt vor allem auch für die Tal­ente der Zukun­ft. Um diese zu hal­ten, braucht es grundle­gende Verän­derun­gen in der Un­ternehmen­skul­tur.

Die Flügel der Raupe

Doch Verän­derun­gen in der Kul­tur sind nicht ein­fach so zu er­re­ichen, es braucht tiefge­hende Um­stel­lun­gen. Ein Tis­ch­fuss­bal­lka­s­ten re­icht genau­so wenig wie ein paar far­bige Sitzkissen in der Ecke neben des Pausen­raums. Diese Dinge sind kos­metisch, fast als würde man ein­er Raupe Flügel an­kleben, um sie zum Schmetter­ling zu machen. Wir wis­sen alle, dass es für die Ver­wand­lung zum Schmetter­ling mehr braucht als nur ein paar Flügel; diese Meta­pher – die ich im Übri­gen auch von Ger­man habe – lässt sich di­rekt auf die Verän­derung von Un­ternehmen­skul­tur über­tra­gen.

For­ward ever, back­wards nev­er

In der Geschichtswis­senschaft spricht man von Zä­suren, die das Ende ein­er Epoche und der Be­ginn ein­er neuen markieren; ein Ein­schnitt, der sich freilich nur rück­blick­end genau fest­machen lässt. Den­noch ist un­schw­er zu erken­nen, dass eine Verän­derung stat­tfind­et, sie man­i­festiert sich im­mer klar­er. Die neue Re­al­ität liegt vor uns und der Weg dahin ist ein di­rek­ter, es geht vor­wärts, der Rück­wärts­gang ist keine Op­tion. Für ein Un­ternehmen, das auch in Zukun­ft er­fol­gre­ich bleiben will, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit, die der Trans­for­ma­tion.

Bild: Mantas Hesthaven CC0

Published 29.03.2017 © Brandsoul AG

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Mauro Werlen

Mauro
Werlen

Redet mit den Händen und nutzt Bilder in seinem Kopf, um die Welt zu strukturieren.

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