Aug03

Le roi est mort, vive le roi

Das alte Mar­ket­ing hat sich selb­st abgeschafft, von der Macht und dem Er­folg be­rauscht, wur­den Werte im­mer un­wichtiger, der Kon­sum im­mer wichtiger. Wie kann man Glaub­würdigkeit wieder auf­bauen?

Das alte Mar­ket­ing ist tot. Vor­bei sind die Zeit­en, in de­nen Fir­men ihren Ver­brauch­ern dik­tieren kon­nten, was sie zu tun hat­ten. Heute braucht es keinen Ver­brauch­er mehr, das neue Mar­ket­ing hat Pro­sumer: die ständig zer­ris­se­nen, nie er­re­ich­baren, sich in keine Ziel­gruppe einord­nen lassenden In­di­vid­u­al­is­ten der mod­er­nen Welt. Und nach ih­nen sollte sich richt­en, wer in Zukun­ft Er­folg haben möchte. Die neue Art des Mar­ket­ings schafft sich genau genom­men sel­ber ab, es ori­en­tiert sich an eigentlichen Verän­derungs­bedürfnis­sen der Kun­den, es möchte nie­man­den mehr er­re­ichen, der eigentlich kein In­ter­esse hat.

Das Mar­ket­ing wurde faul

Warum ist das so? Math­ias Horx beschreib in einem Ar­tikel über das Ende des Mar­ket­ings, dass diese Prob­lematik auf einen eigentlichen Wertez­er­fall zurück­ge­ht. Mar­ket­ing war eine zukun­ft­strächtige Branche, war er­fol­gre­ich, set­zte neue Massstäbe, stand für Ver­trauen und Kon­ti­nu­ität, wurde gar zu Kun­st. Das war zu viel. Von der Macht be­rauscht wurde es über­he­blich und auch ein wenig faul: es fol­gten Scheinin­no­va­tio­nen von Pro­duk­ten, die die Kon­sumkul­tur be­feuerten, der eigentliche Kern der Sache blieb auf der Strecke. Ein­herge­hend mit ein­er In­for­ma­tion­süber­flu­tung, bei dir nie­mand mehr weiss, wo­rum es eigentlich geht und wer wofür ste­ht. Heute sind ja alle ir­gend­wie nach­haltig, und fair und lieb. Und wenn ein En­ergiekonz­ern, der mit Atom­strom und Kohle hantiert, alles auf nach­haltig und grün macht, dann wirkt das nicht glaub­würdig, es kommt zu einem in­neren Bruch.

Ehrlichkeit und Schön­heit

Ist die Glaub­würdigkeit weg, braucht es Zeit, sie wieder aufzubauen. Der in­nere Bruch muss über­wun­den wer­den, die Ehrlichkeit, der Geist des Un­ternehmens muss klar zu Tage treten und aufrichtig gelebt wer­den. Und so kön­nen Er­leb­nisse geschaf­fen wer­den, die tat­säch­lich auf die Bedürfnisse der Pro­sumer einge­hen. Im Mo­ment ist das sicher­lich et­was, was damit zu tun hat, auf ir­gen­deine Art und Weise die Welt zu ret­ten. Wenn man diesem Bedürf­nis Rech­nung trägt und tat­säch­lich en­twick­elt, was ge­braucht wer­den kann, kommt es gut.

Bild: Pixabay CC0

Published 03.08.2017 © Brandsoul AG

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Domenico Seminara

Domenico
Seminara

Blüht auf, wenn etwas von Herzen kommt, geniesst gutes Design und anspruchsvolle Kunst.

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