Okt25

Warum falsche Ideale gefährlich sein können

Un­ternehmenswerte und Ide­ale sind wichtig. Doch wenn sie nicht richtig ve­r­ankert sind, kann man seine Glaub­würdigkeit auf einen Schlag ver­spie­len. Wie man so et­was ver­mei­det? Seien Sie ehrlich. Und ar­beit­en Sie gründlich.

Werte sind „in“ – Un­ternehmen set­zen Werte nicht nur zur Stärkung von Pro­duk­teigen­schaften ein, son­dern auch zu Im­agezweck­en und um die eige­nen Mi­tar­beit­er im Un­ternehmen zu führen. Denn Werte kön­nen eine Fir­ma er­fol­gre­ich­er machen. Daran ist an sich nichts Ver­w­er­flich­es. Den­noch ist Vor­sicht geboten, wenn man au­then­tisch bleiben möchte.

Der Ausverkauf von Werten 

In den let­zten Jahren hat sich eine Schlacht um Wertekanons en­twick­elt, ver­tritt man die edel­sten Werte, gewin­nt man den War for Tal­ents, den Kampf um die besten Tal­ente. Un­ternehmen ohne Leit­bilder gibt es eigentlich nicht mehr. Die Gefahr dabei ist, dass man sich makel­lose Wertemän­telchen schnei­dern und sie sich über­streifen kann. Damit man dabei ist. Sind die Werte wirk­lich echt? Das ist zweitrangig. Und hi­er liegt das Prob­lem, denn so kann man sich plöt­zlich in ein­er Wer­te­blase wiederfind­en, die ir­gend­wann platzt. Und dann hat man jegliche Glaub­würdigkeit ver­spielt.

Blut, Schweiss und Trä­nen

Tief­greifende Verän­derun­gen brauchen Zeit und kön­nen schmerzen. Nur dann sind sie echt und nur dann kön­nen sie funk­tion­ieren. Tief­greifende Im­ple­men­tierun­gen von neuen Stan­dards oder die De­f­i­n­i­tion von Werten funk­tion­ieren nach dem­sel­ben Prinzip. Gut, sie schmerzen vielle­icht nicht. Aber sie kosten Anstren­gung und das ist auch gut so.

Vorne an­fan­gen

Damit die definierten Wertvorstel­lun­gen von allen ge­tra­gen und gelebt wer­den, müssen wir ganz vorne an­fan­gen: Wie se­hen wir uns selb­st, wie wollen wir gese­hen wer­den? Wie gehen wir miteinan­der um, welche Ziele wollen wir er­re­ichen? Um diese Dinge her­auszufind­en, ist es wichtig, das gesamte Team oder zu­min­d­est einen er­weit­erten Führungskreis einzu­binden. Es müssen neue Prozesse definiert oder neue Stellen geschaf­fen sowie Brain­storm­ings und Work­shops durchge­führt wer­den. Damit die In­for­ma­tion fliesst, damit alle Ebe­nen einge­bun­den und Feed­back­run­den möglich sind. Und nicht vergessen: die Kun­den. An welchem Nutzen- oder Ser­vicev­er­sprechen soll un­sere Fir­ma gemessen wer­den?

Reine Chef­sache?

Von oben verord­nete Werte kön­nen nie verin­ner­licht wer­den. Weil sie so keine Werte sein kön­nen. Und doch sind Un­ternehmenswerte ein Stück weit Chef­sache, weil nicht alle Men­schen über das­selbe Wertev­er­ständ­nis ver­fü­gen: Sie kön­nen nicht bot­tom-up in die Un­ternehmensstrate­gie ein­fliessen, son­dern müssen verbindlich geset­zt und klar kom­mu­niziert wer­den. Im vorge­lagerten Find­ung­sprozess sind Demokratie und Mitbes­tim­mung notwendig – bei der konkreten Um­set­zung stossen sie an ihre Gren­zen.

Mit dem richti­gen Part­ner

Wie bei einem Or­gan­is­mus spie­len kleine Einzel­teile eine wichtige Rolle für das grosse Ganze. Erst wenn alle Abteilun­gen op­ti­mal einge­spielt sind, kann sich et­was verän­dern. Erst wenn jede Stelle auf das­selbe Ziel hi­nar­beit­et, funk­tion­iert der gesamte Or­gan­is­mus. Darum: fan­gen Sie un­ten an. Denn das Fun­da­ment muss stim­men. Bür­den Sie sich nicht dabei zu viel auf, son­dern suchen Sie sich einen kom­pe­ten­ten Part­ner, der Ihre Sprache spricht. Mit ihm stem­men sie auch diese ver­meintliche Herkule­sauf­gabe. Schritt für Schritt. Dafür von Grund auf richtig und kon­se­quent.

Bild: Pixabay CC0

Published 25.10.2017 © Brandsoul AG

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Mauro Werlen

Mauro
Werlen

Redet mit den Händen und nutzt Bilder in seinem Kopf, um die Welt zu strukturieren.

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